Hänchen im 20. Jahrhundert

von Willi Schulze

Freiwillige Feuerwehr Hänchen

wurde im Jahr 1901 gegründet und ist somit die älteste Wehr in der Gemeinde Kolkwitz.

Kriegsverein

Gegründet am 14.Dezember 1902. Innerhalb des Vereins bildet sich 1903 eine sogenannte „Singende Abteilung“.
1911 erbaut der Gastwirt Richard Paulick auf seinem Grundstück hinter dem Friedhof einen Schießstand.

Gesangsverein

1907 entsteht aus der „Singenden Abteilung“ des Kriegervereins der Männer-Gesangsverein MGV „Germania“ Hänchen. 1927 erfolgt die Fahnenweihe im Rahmen der 20- Jahrfeier des Gesangvereins.
Nach dem II. Weltkrieg formiert sich der Gesangverein als Volkschor Hänchen neu. Den Vorsitz übernimmt Sangesfreund Otto Lieschka. 1957 wird das 50 jährige Bestehen gefeiert. Um 1964 hört die Sangestätigkeit auf, das interpretierte Liedgut passt nicht in die neue Zeit, wie zuständige staatliche Stellen feststellen.

1910

der erste elektrische Strom kam nach Hänchen.

1910

ist das Gutsgebäude welches bis zur Straße ging ist abgebrannt, das Grundstück gehört seit 1918 P. Stellmacher (Hauptstraße)

1916-1918

wurde die Straße von Kolkwitz über Hänchen nach Klein Gaglow mit Hilfe russischer Kriegsgefangener gebaut.

1918

wurde das Gut Weinberg, bis auf ein Rest von 25ha aufgeteilt und verkauft.

Beginn der Weimarer Republik Kriegerdenkmal

1919 wurde für die 12 Soldaten welche im 1. Weltkrieg gefallen sind, an der Kirche ein Denkmal gesetzt. Einweihung am 17.Juli 1921. Abriss eines Teils des Denkmals (Figur) zwischen dem 9. Und 13. Juni 1947 auf der Grundlage eines Kontrollratsbefehls der Alliierten. Im Jahre 2002 wird der noch verbliebene Rest des Denkmals renoviert und es werden neue Namenstafeln für die im 1. und 2. Weltkriege gefallenen Bürger von Hänchen angebracht.

Teil gut Annahof

Zwischen 1924 und 1934 wird das Rest gut Annahof aufgeteilt und die Grundstücke werden an Interessenten verschiedener Nutzungsrichtungen verkauft. Im Endergebnis entsteht die „Alte Siedlung“

Junglandbund Hänchen

1925 bis 1933 war bäuerliche Jugend im Junglandbund organisiert, welche die Jugendorganisation des Reichslandbundes war.

Spiel- und Turnverein Hänchen

Gründung durch Lehrer Dahms im Jahre 1912. Am 05.08.1928 Aufstellung eines Jahn-Denkmals auf der „Pieske“ (alter Turn- und Gemeinde-Platz) an der straße nach Kolkwitz und Pflanzung einer Jahn-Eiche unter der Leitung von Lehrer Golz.
Wiederbelebung der Sporttätigkeit nach dem 2.Weltkrieg im Jahr 1946 als Sportgemeinschaft (SG) „Schwarz-Wieß“, später SG „Einheit“ Hänchen.
Kauf eines Grundstückes am Kackrower Weg von Frau Dora Bodenstein durch die SG für ca. 620.- Mark aus Mitteln der SG.

1931

wurde die neue Schule eingeweiht.

1932-1956

gab es in Hänchen eine Käsefabrik (Gustav Ziege), später Autowerkstatt an der Jetziegen Pappelallee.

Beginn der National Sozialistischen Diktatur 1933

wurde eine Adolf Hitler – Eiche gepflanzt, sie wurde 1946 wieder beseitigt (stand an der heutigen Ecke Dorfbogen, Weinbergstarße).

Neue Siedlung

Am 18.09.1933 hat der Regierungspräsident des Regierungsbezirkes Frankfurt/O den Bau- und Finanzierungsplan für die „Neue Annahofer Siedlung“ genehmigt. Bauherr war eine Siedlungsgesellschaft aus Berlin.

1935-1937

Abriss der Ziegelei an der Straße nach Kolkwitz.

1936-1939

entstanden in den Buschwiesen größere Teiche, der Torf wurde zum Ausbau des Flugplatzes in Cottbus verwendet. Der Torfabbau begann in Hänchen
Bereits um 1860 im Zuge der Aufteilung des Rittergutes in die Teilgüter Haupt gut, Vorwerk Weinberg und Schäferei Annahof.

Autobahn

1935 erste Trassierungsarbeiten. Ende 1938 Baubeginn in der Gemarkung Hänchen. Beendigung der Arbeiten an der Süd Bahn im Jahre 1940.

TKVB (Abdeckerei)

1939 – 1960 gab es auf dem Gelände der Alten Ziegelei eine Tier- Körper- Verwertungsanstalt „Abdeckerei“. Der erste Bewirtschafter dieses Betriebes hieß Otto Beckmann. Ihm folgte sein Sohn Harry Beckmann, der Frieda Kalz verheiratet war.

Hänchener Buschgraben

Seit der Separation 1835 ist der „Hänchener Buschgraben“ in seiner Gesamtheit ein Kommunaler Vorfluter. In den Jahre 1941 bis 1944 wurde er von französischen Kriegsgefangenen bis in die Feldmark Klein Oßnig erweitert, sowie begradigt und im Dorfbereich teilweise verrohrt und als Feuerwehrgraben ausgebaut.

Kriegsende

Am 21./22. April 1945 besetzten sowjetische Truppen den Ort Hänchen, der größte Teil der Einwohner flüchtete vor den feindlichen Truppen.

Beginn des Sozialismus geteilten Deutschland 1946-

gab es in Hänchen einen Kindergarten, Anfangs im Schloss (jetzt Senioren- und Pflegeheim), später in der alten Schule.

1946

bekam Klein Gaglow einen eigenen Friedhof, bisher wurde der Friedhof in Hänchen gemeinsam genutzt.

1947

wurde das Gebäude auf dem Friedhof zur Leichenhalle umgebaut, früher war es die Grabstätte der Familien Uttich und Wendler (Gutsbesitzer in Klein Gaglow uns Hänchen).

1947-1972

befand sich das Gemeindebüro in der alten Schule, 1972 – 1993 im Schloss (jetzt Senioren- und Pflegeheim)

1949

wurde auf dem Gutshof Weinberg eine Besamungsstation für Rinder gegründet, sie wurde 1952 nach Schmellwitz verlegt.

Ziegelei Annahof

Gemäß Kreistagsbeschluss vom 11.02.1949 sollte in der Ziegelei die Arbeit wieder aufgenommen werden zur Unterstützung des Neubauernprogrammes. Befehl 209 der SMAD. Anfang der 50iger Jahre wieder Einstellung der Arbeit in der Ziegelei (Tonmangel). Aufbau des Stützpunktes der MTS (Maschinen Traktoren Station) Krieschow in den vorhandenen Gebäuden. 1956/57 Kauf des gesamten Ziegeleigeländes durch die MTS. Nach Auflösung der MTS, Nutzung des gesamten Geländes durch das bezirkliche Kombinat für Landtechnik bis zur gesellschaftlichen Wende.

1951

wurde die Kirche eingeweiht, welche 1945 durch Kriegseinwirkung abgebrannt ist.

1952

wurde der Rest vom Gut Weinberg (Bodenstein) an Interessenten verkauft (damit waren alle 3 Güter von Hänchen restlos aufgeteielt).

1955

gab es die ersten Bushaltestellen für den Linienbus.

1958

LPG Typ3 wird gegründet.

1958

der erste Rinderstall der LPG wurde gabaut.

1960

wird die LPG Typ1 gegründet, damit war die Landwirtschaft in Hänchen vollgenossenschaftlich.

1960

erste Moto-Cross Veranstaltungen am Weinberg, in den folgenden Jahren Ausbau der Strecke.

1963

die MTS wird aufgelöst, die Technik bekommt die LPG.

1965

wurde für die Feuerwehr am Gerätehaus ein Schlauchtrockenturm gebaut.

1967

wurde der Motorsport Club „MSC Hänchen“ gegründet.

FFw- Gerätehaus Neue Siedlung

Bau des Gerätehauses in Eigenleistung im Jahr 1969.

1969-1971

Ausbau des Güterbahnhofs und der Straße nach Klein Gaglow, der Bahnübergang zur neuen Siedlung wurde abgetragen.

1972

wurde der Schulbetrieb in Hänchen eingestellt, die Kinder gingen nun nach Klein und Groß Gaglow.

1973

die LPG Hänchen wird der Groß LPG Kolkwitz – Krischow angeschlossen.

1974-1990

gab es in den Klassenräumen der neuen Schule eine Kosumverkaufstselle für Lebensmittel mit Back- und Fleischwaren.

1977

Hauptstraße mit Schwarzdecke versehen, für die Friedensfahrer.

1985-1987

wurden umfangreiche Millerationarbeiten durchgeführt, der feuerlöschgraben wurde vom Buschgraben getrennt und umgeleitet.

1986

wurden die Wege der neuen und der alten Siedlung mit Schwarzdecke befestigt.

1987

wurde das letzte schilfgedeckte Gebäude in Hänchen abgerissen (Mrosk), heute Dorfbogen Ecke Weinbergstarße.

1987-1988

Hänchen Dorf bekommt zentrale Wasserleitung.

Vereinigung der beiden deutschen Staaten (BRD, DDR

die LPG wird aufgelöst, die Besitzer bekommen ihre Ländereien zurück, der Wald wird privat bewirtschaftet, den größten Teil landwirtschaftliche Nutzfläche wurde von der Agra GmbH Cottbus-West gepachtet.

1991

die Dorfstraße wird asphaltiert.

1992

Hänchen Dorf bekommt Telefonanschlüsse.

1993

wurde Hänchen ein Ortsteil der Großgemeinde Kolkwitz.

1994

Bau der zweiten Autobahnspur, Erneuerung der Brücken.

1995-1996

wurde die alte und die neue Schule an privat Besitzer verkauft.

1995-1997

Neubebauung Alte Ziegelei (Abdeckerei).

1996-1997

das alte Schloss (frühere Gemeindebüro) wird zum Senioren- und Pflegeheim umgebaut.

1996

die Stromleitung wird in die Erde verlegt.

1996-1997

wurde der Fahrradweg von Hänchen bis nach Groß Gaglow gebaut.

1998

wurde von der neuen Siedlung nach Leuthen eine neue Straße gebaut.

1998

wurde der Fahrradweg von Hänchen nach Kolkwitz gebaut.

1999

erste Moto-Cross Weltmeisterschaft in Hänchen.



Ein großes Dankeschön an Willi Schulze und Dr. Ulrich Noack für diese Chronik.